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Datum & Uhrzeit
17.10.2018 | Zeit
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Unfallbericht eines Dachdeckers
WiiTool4you
Der folgende Brief eines Dachdeckers ist an die SUVA (Schweizerische
Unfallversicherung Anstalt) gerichtet und beschreibt die Folgen einer
unüberlegten Handlung (Originalbericht-nicht erfunden) „In Beantwortung
Ihrer Bitte um zusätzliche Informationen möchte ich ihnen folgendes
mitteilen: Bei Frage drei des Unfallberichtes habe ich „ungeplantes Handeln“
als Ursache angegeben. Sie baten mich, dies genauer zu beschreiben, was ich
hiermit tun möchte.
Ich bin von Beruf Dachdecker. Am Tag des Unfalles arbeitete ich allein auf
dem Dach eines sechsstöckigen Neubaus. Als ich mit meiner Arbeit fertig was,
hatte ich etwa 250 Kg Ziegel übrig. Da ich sie nicht die Treppen
heruntertragen wollte, entschied ich mich dafür, sie in einer Tonne an der
Außenseite des Gebäudes hinunterzulassen. die an einem Seil befestigt war,
das über eine Rolle lief. Ich band also das Seil unten auf der Erde fest,
ging auf das Dach und belud die Tonne. Dann ging ich wieder nach unten und
band das Seil los. Ich hielt es fest, um die 250 Kg Ziegel langsam
herunterzulassen. Wenn sie in Frage 11 des Unfallbericht – Formulare
nachlesen, werden sie feststellen, dass mein damaliges Körpergewicht etwa
75 Kg. betrug. Da ich sehr überrascht war, als ich plötzlich den Boden unter
den Füßen verlor und aufwärts gezogen wurde, verlor ich meine
Geistesgegenwart und vergaß, das Seil loszulassen.
Ich glaube, ich muss hier nicht sagen, dass ich mit immer größerer
Geschwindigkeit am Gebäude hinaufgezogen wurde. Etwa im Bereich des dritten
Stockes traf ich die Tonne, die von oben kam. Dies erklärt den Schädelbruch
und das gebrochene Schlüsselbein. Nur geringfügig abgebremst, setzte ich
meinen Aufstieg fort und hielt nicht an, bevor die Finger meiner Hand mit
den vorderen Fingergliedern in die Rolle gequetscht waren. Glücklicherweise
behielt ich meine Geistesgegenwart und hielt mich trotz des Schmerzes mit
aller Kraft am Seil fest.
Jedoch schlug die Tonne etwa zur gleichen Zeit unten auf dem Boden auf und
der Tonnenboden sprang aus der Tonne heraus. Ohne das Gewicht der Ziegel wog
die Tonne nun etwa 25 Kg. Ich beziehe mich an dieser Stelle wieder auf mein
in Frage 11 angegebenes Körpergewicht von 75 Kg. Wie sie sich vorstellen
können, begann ich nun einen schnellen Abstieg. In Höhe des dritten Stockes
traf ich wieder auf die von unten kommende Tonne. Daraus ergaben sich die
beiden gebrochenen Knöchel und die Abschürfungen an meinen Knöchel und
meinem Unterleib. Der Zusammenstoß mit der Tonne verzögerte meinen Fall, so
dass meine Verletzungen beim Aufprall auf dem Ziegelhaufen gering ausfielen
und so brach ich mir nur drei Wirbel.
Ich bedaure es jedoch, ihnen mitteilen zu müssen, dass ich, als ich da auf
dem Ziegelhaufen lag und die leere Tonne sechs Stockwerke über mir sah,
nochmals meine Geistesgegenwart verlor. Ich ließ das Seil los, womit die
Tonne diesmal ungebremst herunterkam, mir 3 Zähne ausschlug und das
Nasenbein brach.
Ich bedaure den Zwischenfall sehr und hoffe, ihnen mit meinen präzisen
Angaben helfen zu können. Für genaue Auskünfte bitte ich sie, mich
anzurufen, da es mir manchmal schwerfällt, mich schriftlich auszudrücken.“
Entnommen aus der Zeitschrift „EXEKUTIVE“

Gefunden im Netz
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